Matthäus 13

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Version vom 20. Dezember 2006, 00:59 Uhr von Rolandpapa (Diskussion | Beiträge) (Jesus hat zu Hause nicht wirklich ein Heimspiel)

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1 Abends ging Jesus am See spazieren und setzte sich an das Ufer.

2/3 Es dauerte nicht lange, da sammelte sich wieder eine große Menschenmenge um ihn herum. Weil er zu ihnen reden wollte, setzte er sich in ein Ruderboot und fuhr so weit auf den See raus, dass ihn von dort aus alle hören konnten.

Was einen daran hindern kann, Gott zu vertrauen

4 Dann sagte er: „Ein Bauer säte Getreide aus. Einige der Körner fielen dabei auf die Straße. Sofort kamen die Vögel und pickten sie auf.

5 Andere Körner fielen auf tierisch steinigen Boden, wo wenig Erde war. Da keimten sie zwar,

6 aber als die Sonne voll draufknallte, vertrockneten die Triebe, weil die Wurzeln noch nicht richtig in die Erde gewachsen waren.

7 Ein paar von den Körnern fielen zwischen die Disteln, und die Pflanzen krepierten bald.

8 Aber der Rest fiel auf guten Boden, ging auf und vermehrte sich, dass es dreißig-, sechzig- oder hundertmal so viel wurde, wie es mal war.

9 Ich hoffe, ihr habt kapiert, was ich damit sagen will.“

4 „Ein Programmierer saß an seinem Rechner und schrieb eine neue Software.

5 Die Software war total gut und verkaufte sich schnell. Auf dem alten Rechner lief sie aber überhaupt nicht, die Hardware war schlecht und der Rechner ging kaputt.

6 Bei anderen Rechnern lief sie eine Zeit lang ganz in Ordnung, bloß immer dann, wenn es kompliziert wurde und wenn andere Programme gleichzeitig liefen, stürzte das Ding ganz ab und musste am Ende auch weggeworfen werden.

8/9 Bei Computern, die eine gute Hardware hatten, die man immer in Schuss gehalten hatte und pflegte, da lief sie aber hervorragend und machte sich hundertfach bezahlt.“

Warum benutzt Jesus Bilder, um Sachen deutlich zu machen?

10 Einige Zeit später löcherten ihn seine Freunde und wollten wissen, warum er immer in so Bildern redete und nicht direkt sagte, was er dachte.

11 Jesus antwortete darauf: „Ihr seid dazu in der Lage, die Geheimnisse vom Reich Gottes, dem Gebiet, wo Gott das Sagen hat, zu begreifen, andere werden es aber nie kapieren.

12 Es wird so laufen, dass die, die viel verstanden haben, bald wirklich alles verstehen werden. Die, die aber bisher nix verstehen, denen wird das bisschen auch noch abhanden kommen, was sie bisher verstanden haben.

13 Darum rede ich in Bildern. Obwohl sie es sehen könnten, haben sie es nicht erkannt, und obwohl sie es hören könnten, haben sie nichts kapiert.

14 Damit wird wahr, was Gott schon durch den alten Propheten Jesaja gesagt hat: ,Obwohl sie alles mitbekommen, verstehen tun sie gar nichts. Sie kriegen zwar alles mit, aber begreifen nicht, was da abgeht.

15 Denn ihnen ist mittlerweile eh alles egal, sie sind eisenhart geworden. Sie sitzen auf ihren Ohren und haben Tücher vor ihren Augen. Darum sehen und hören sie nix. Die wollen es auch gar nicht anders und wollen auch nicht anders leben. Wie kann ich ihnen da noch helfen?‘

16 Ihr könnt an deren Stelle echt happy sein und euch sehr freuen, weil ihr das mit euren Augen und Ohren buchstäblich erleben könnt.

17 Versteht doch: Tausende von den Leuten, die Gott braucht, um zu Menschen zu reden, diese Propheten, und auch viele, die okay für ihn leben, hätten sehr viel darum gegeben, das zu erleben, was ihr jetzt erleben dürft. Aber damals war einfach noch nicht die Zeit dafür.“

Jesus erklärt, was er mit der Story von der Saat meinte

18 „Ich will euch mal erklären, was ich mit der Story von dem Typen, der Samen aussät, klar machen wollte.

19 Bei einem Menschen, der die Worte von dem Reich Gottes hört, diesem Land, in dem Gott das Sagen hat, und das nicht wirklich ernst nimmt, bei dem kommt der Chef des Bösen, der Satan, an und reißt die ganzen Pflanzen wieder aus seinem Herz raus, die gerade gewachsen waren. Damit war der Samen gemeint, der auf dem Weg gelandet ist.

20 Mit dem tierisch harten steinigen Boden waren so Leute gemeint, die die Message zuerst hören und da total drauf abfahren,

21 aber wenn es Probleme gibt, weil sie gläubig geworden sind, oder Leute sie deswegen sogar in den Knast stecken wollen, dann war es das bei denen auch schon mit ihrem Glauben.

22 Der Boden voller Disteln ist wie einer, der die Worte hört und das auch sofort umsetzt, aber sobald es Probleme gibt oder er plötzlich tierisch reich und dadurch verführt wird, dann erstickt die Pflanze des Glaubens in ihm ganz schnell, und alles bleibt, wie es mal war.

23 Mit dem guten Boden ist einer gemeint, der die Worte hört und begreift, was sie bedeuten, und dann total für Gott abgeht. Der bringt dann dreißig-, sechzig- oder hundertmal von dem raus, was gesät wurde.“


Jesus erklärt, was er mit seiner Story über die Software meinte

18 „Ich will euch sagen, was ich mit der Story von der Software meinte.

19 Jeder, der meine Predigt über das Land, wo Gott das Sagen hat, hört und meine Worte nicht ernst nimmt, bei dem ist es so, als ob der Satan, der Chef von allem Bösen, kommt und die Worte aus seinem Herzen gleich wieder löscht. Damit meine ich die Software, die auf den alten kaputten Rechner geladen wurde. 20 Ein Mensch, der sich zuerst tierisch freut über das, was ich sage, ist wie der Rechner, der ganz okay ist, bei dem aber noch viele andere Programme mitlaufen. Es funktioniert eine Weile, 21 aber sobald es Probleme gibt, Leute ihn ärgern, weil er gläubig ist, dann zieht der schnell den Schwanz ein, und nichts bleibt mehr übrig.

22 Mit Rechnern, die im Grunde ganz okay waren, aber zu viele andere schlechte Programme auf ihrer Festplatte hatten, sind Menschen gemeint, die am Anfang auch ganz begeistert über das sind, was ich sage, und das zum Teil auch über Jahre umsetzen. Sobald aber die derben Sorgen abgehen, die das Leben so mit sich bringt, oder sie durch den ganzen Luxus, der sie vielleicht umgibt, abgelenkt werden, dann vergessen sie schnell, was ich gesagt habe, und alles bleibt am Ende doch beim Alten.

23 Der gute Rechner, der immer in Schuss gehalten wurde, ist jemand, der meine Worte hört, sie versteht und sofort umsetzt. Er wird seinem Eigentümer lange erhalten bleiben und viel Nutzen bringen.“

Unkraut im Weizenfeld: Gott hat das letzte Wort

24 Jesus erzählte noch eine andere Geschichte: „Dieses Land, wo Gott das Sagen hat, kann man auch gut mit einem Bauern vergleichen, der supergute Samen auf sein Feld streut.

25 In einer Nacht, als alle pennen, kommt sein Erzfeind und sät einfach Brennnesselsamen ohne Ende zwischen die guten Weizenkörner, danach verschwindet er wieder.

26 Die Samen gingen dann irgendwann auf, aber die Brennnesseln gleich mit.

27 Irgendwann kamen die Angestellten vom Bauern an und fragten den: ‚Hast du das Feld nicht nur mit richtig guten Samen bestreut? Woher kommen dann die Brennnesseln?‘

28 ‚Das muss der Typ gemacht haben, der mich nicht abkann, mein Erzfeind‘, meinte der Bauer. ‚Sollen wir das jetzt einzeln rausrupfen, oder was?‘

29 ‚Nein, dann würdet ihr die guten Weizenpflanzen ja auch mit rausrupfen.

30 Lasst sie mal in Ruhe wachsen, bis Erntezeit angesagt ist. Dann werden die Angestellten die Order kriegen, zuerst das Unkraut zu entfernen und es zu verbrennen. Und der Weizen kommt dann in den Vorratsraum.‘“

Kastanie oder Hefeteig

31 Jesus versuchte mit einem anderen Beispiel, noch etwas deutlich zu machen: „Mit dem Land, wo Gott das Sagen hat, ist es so wie mit einer Kastanie.

32 Kastanien sind nicht besonders groß, aber wenn du sie im Boden vergräbst, dann wächst daraus ein riesiger Baum, in dem sogar Vögel wohnen können.

33 Man kann das Land, wo Gott das Sagen hat, auch mit einem Hefeteig vergleichen, mit dem eine Frau eine Pizza machen will. Sie nimmt viel Mehl und tut nur ein paar Brösel Hefe dazu und verknetet alles. Schließlich ist dann der ganze Teig voller Hefe und geht auf.“

34 Jesus benutzte ständig irgendwelche Beispiele und Bilder, wenn er mit Menschen redete. In keiner seiner Reden durften sie fehlen.

35 Damit wurde das wahr, was die alten Propheten schon damals vorausgesagt hatten: „Ich werde ihnen durch praktische Bilder und Vergleiche klar machen, worum es geht. Was bisher niemand geschnallt hat, sollen sie jetzt verstehen.“

Jesus erklärt, was er mit der Story sagen wollte, wo es um die Samen und das Unkraut ging

36 Schließlich schickte Jesus die vielen Menschen wieder nach Hause. Seine Freunde wollten dann aber noch mal was genauer wissen: „Was war da eigentlich mit gemeint, als du von Unkraut und Brennnesseln erzählt hast?“

37 „Also, das ist so“, sagte Jesus, „der Typ, der Gottes Sohn ist, das ist der Bauer, der die guten Samen aussät.

38 Das Feld ist die Welt, der Samen sind die Leute, die mit Gott zusammen leben und die unter seinem Einfluss stehen, und die Brennnesseln sind die Leute, die das tun, worauf Satan Bock hat.

39 Der Erzfeind, der die Brennnessel zwischen die guten Samen gesät hat, ist der Satan persönlich. Die Ernte ist ein Bild für die große Endabrechnung, wenn diese Welt sterben wird. Und die Arbeiter sind Engel.

40 Genauso wie das Unkraut vom Weizen getrennt wird und vernichtet werden muss, genauso wird es bei der letzten großen Gerichtsverhandlung abgehen.

41 Der Menschensohn(*) wird seine Engel vorbeischicken. Die werden aus diesem neuen Reich, wo Gott das Sagen hat, alle rausschmeißen, die link sind und miese Sachen fabrizieren.

42 Die werden dann in einen Riesen-Ofen geschmissen und vernichtet werden. Viele werden voll abheulen, wenn sie da sind.

43 Alle, die das getan haben, was Gott gut findet, werden in der neuen Zeit gut dastehen. Passt auf, wenn ich euch was erzähle!“

Alles geben für Gott, das zahlt sich aus!

44 „Das neue Land, in dem Gott das Sagen hat, kann man auch gut mit einem vergrabenen Schatz vergleichen, den ein Typ zufällig beim Umgraben von einer Wiese findet. Er verbuddelt den Schatz ganz schnell wieder, und weil er sich so tierisch über das Ding gefreut hat und es so wertvoll für ihn ist, geht er los und versteigert alles bei Ebay, was er sonst noch so hat, nur um diese Wiese zu kaufen, denn dann gehört der Schatz auch ihm.

45 Noch ’ne andere Story: Wer Teil von dem neuen Land sein will, wo Gott das Sagen hat, der sollte so drauf sein wie ein Aktienhändler, der eine unheimlich Gewinn bringende Aktie zum Kauf angeboten bekam.

46 Er verkaufte sein Haus und alles andere, was er noch hatte, nur, weil er diese eine Aktie unbedingt haben musste.“

Der Vergleich mit einem Fischernetz

47 Man kann das Land, wo Gott das Sagen hat, auch mit einem Netz vergleichen, was in das Meer ausgeworfen wurde. Tierisch viele unterschiedliche Fische waren da drin.

48 Wenn das Netz erst mal voll ist, ziehen die Fischer es ans Land. Dann setzen sie sich hin und sortieren aus. Die essbaren Fische in Wannen, die ekligen in den Müll.

49 So wird es auch am Ende der Welt abgehen. Die Boten von Gott, die Engel, werden das Gute von dem Schlechten trennen.

50 Die Schlechten werden im Höllenschredder verfeuert. Dort werden sie abheulen und rumflennen, aber niemand wird sie hören.

51 Habt ihr das kapiert?“ – „Ja, haben wir!“, sagten sie.

Der Vergleich mit einem Mailwasher-Programm

47 „Man kann das Reich, in dem Gott das Sagen hat, auch mit einem Mailwasher-Programm vergleichen.

48 Wenn du ins Netz gehst und deine E-Mails abholst, bekommst du viele verschiedene Mails in deinen Posteingang. 'Gute Mails von deinen Freunden, aber auch viel Werbeschrott. 'Der Mailwasher sortiert dir die guten Mails raus, der ganze Schrott kommt in den Mülleimer und wird gelöscht.

49 So wird es auch am letzten Tag der Erde sein, bevor die dann verschrottet wird. Die Engel, die Angestellten Gottes, werden dann alles filtern, was auf der Erde gelebt hat.

50 Das, was mies und böse ist, wird in den Höllen-Schredder geschmissen werden. Dort wird es ihnen ganz übel ergehen, die werden viel heulen, aber da ist dann niemand mehr, der ihnen helfen kann.

51 Habt ihr das begriffen?“ – „Ja“, meinten sie, „wir haben verstanden, was du damit sagen willst.“

52 Da meinte Jesus: „Darum ist jeder, der das verstanden hat und Menschen davon erzählt, wie jemand, der aus seinen alten und neuen Erfahrungen die richtigen Konsequenzen zieht und das weitergibt, was dabei rumkommt.“

Jesus hat zu Hause nicht wirklich ein Heimspiel

53 Nachdem Jesus versucht hatte, mit diesen Vergleichen den Leuten etwas zu verklickern,

54 ging er in seine Heimatstadt und hielt dort in der Synagoge an, um wieder ’ne Predigt zu halten. Alle waren total baff und fragten sich, wo er nur diesen Schnall vom Leben herhatte und woher die Kraft kam, diese irren Wunder zu tun.

55 „Der ist doch der Sohn von einem Zimmermann aus dem Ort. Seine Mutter Maria und auch seine Brüder Jakobus, Josef, Simon und Judas kennen wir gut.

56 Seine Schwestern haben wir erst neulich beim Einkaufen getroffen. Wie kann der denn bitte etwas Besonderes sein?“

57 Sie waren sogar total genervt von ihm. Jesus meinte dazu nur: „Der Typ, der Gott reden hört, der Prophet, wird zu Hause mehr ausgebuht werden als woanders, und seine Familie wird ihm auch nicht zuhören.“

58 Keiner hatte dort großes Vertrauen in ihn, darum tat er auch nur wenige Wunder.




(*) Wenn Jesus „Menschensohn“ sagt, meint er damit immer sich selbst. Damit will er sagen, dass er als Sohn von Gott trotzdem auch ganz und gar Mensch ist. Der Begriff kam übrigens auch schon im alten Buch vor.