1.Mose 43

Aus Volxbibel Wiki
Version vom 31. Dezember 2007, 14:13 Uhr von Miriam (Diskussion | Beiträge) (Wie Juda für Benjamin bürgt)

Wechseln zu: Navigation, Suche


aktuelle Druckversion | aktuelle Arbeitsversion | zukünftige Druckversion

Wie Juda für Benjamin bürgt

1 Die Lebensmittel wurden immer knapper.

2 Und auch bei Jakob waren die Vorräte, die sie aus Ägypten hergeschleppt hatten, aufgegessen. Also sagte er seinen Söhnen: "Geht nochmal nach Ägypten und kauft etwas Nahrung ein."

3 Juda gab zurück: "Der Ägypter hat uns doch klipp und klar gesagt, dass wir dort nichts zu suchen haben, es sei denn Benjamin ist dabei.

4 Wir gehen nur dahin und kaufen noch etwas, wenn du Benjamin mitschickst;

5 ansonsten gehen wir nicht, denn der Ägypter-Typ hat uns deutlich zu verstehen gegeben, dass wir uns ohne Benjamin bei ihm nicht mehr blicken lassen dürfen."

6 Da sagte Israel (Jakob): "Warum habt ihr mir das angetan? - Dem Typen zu erzählen, dass ihr noch einen Bruder zu Hause habt!"

7 Sie erklärten ihm: "Der Kerl hat sich genau über uns und unsere Familie informiert und fragte uns aus: Lebt euer Papa noch? Habt ihr noch einen Bruder? Daraufhin haben wir ihm alles erzählt."

8 Dann bat Juda Jakob: "Gib mir den Jungen mit, damit wir losreisen können, damit wir alle weiterleben können, sowohl wir als auch unsere Kinder.

9 Ich bürge für ihn, ich bin verantwortlich, und sollte ich es nicht schaffen, ihn zu dir zurückzubringen, stehe ich mein Leben lang in deiner Schuld.

10 Wenn wir nicht so lange gewartet hätten, wären wir schon zweimal wieder hin- und zurückgereist."

11 Jakob lenkte ein: "Wenn es sein muss, dann geht. Macht aber noch folgendes: Nehmt das Beste, was unser Land zu bieten hat, in eurem Gepäck mit und bringt es ihm als Gastgeschenk mit. Das heißt, packt Balsamharz, Traubenhonig, Tragakantharz und Ladanum, Pistazien und Mandeln ein.

12 Nehmt außerdem doppelt so viel Geld mit. Bringt das Geld, das oben in euren Säcken zurückgegeben wurde, wieder zurück. Vielleicht war es ein Irrtum.

13 Nehmt also euren Bruder mit und dann mal los: Geht zu dem Kerl zurück.

14 Der Gott, der alles kann, soll euch Glück bringen, damit der Ägypter euch alle heil und unversehrt zurücklässt. Und ich arme Wurst... ich muss hier ohne einen einzigen Sohn zu Hause bleiben."

Zweite Ägyptenexpedition, aber diesmal mit Benjamin

15 Sie nahmen doppelt so viel Geld, das Geschenk und Benjamin mit. Dann reisten sie nach Ägypten und ziemlich bald waren sie wieder bei Josef.

16 Josef sah Benjamin bei ihnen und befahl seinem Manager: Lass sie alle ins Haus, schlachte ein Tier und macht ein leckeres Essen daraus. Diese Typen sollen hier mit mir zusammen das Mittagessen futtern.

17 Der Ägypter machte alles so, wie Josef es ihm gesagt hatte, und brachte die Brüder ins Haus.

18 Da bekamen sie einen Schreck, weil sie in Josefs Haus geführt wurden, und sagten untereinander: Das ist wegen des Geldes, das in unseren Säcken gelandet ist, deshalb werden wir hereingebracht. Sie wollen dadrin über uns herfallen und uns zu Sklaven machen zusammen mit unseren Eseln.

19 Sie gingen zu Josefs Manager und erklärten ihm am Eingang zum Haus:

20 "Bitte, lieber Mann, wir sind nur hierher gekommen, um Essen für unsere Familien zu kaufen.

21 Als wir auf dem Rückweg in einer Herberge übernachteten, merkten wir, dass unser Geld jeweils im Sack steckte. Wir haben das Geld wieder mitgebracht.

22 Und neues Geld dazu, um damit neues Essen kaufen zu können. Wir können es uns nicht erklären, wie das Geld in unsere Säcke gekommen ist."

23 Und er antwortete: "Hier herrscht Frieden und ihr müsst keine Angst haben. Euer Gott und der Gott eures Vaters hat euch einen Schatz in die Säcke gelegt, euer Geld ist bei mir angekommen. Und er holte Simeon zu ihnen heraus."

24 Danach führte der Manager sie in Josefs Haus, gab ihnen Wasser, damit sie ihre Füße waschen konnten und er fütterte ihre Esel.

25 Sie bereiteten das Geschenk, das sie für Josef dabei hatten, vor, damit sie es Josef am Mittag geben konnten, denn sie hatten erfahren, dass sie bei ihm essen sollten.

26 Als Josef nach Hause kam, brachten sie ihm als erstes das Geschenk, das sie in den Händen hielten, und knieten sich vor ihm auf den Boden.

27 Er begrüßte sie und fragte, ob alles okay wäre, und dann fragte er: "Lebt euer alter Papa noch, von dem ihr mir erzählt habt? Geht es ihm gut?"

28 Sie berichteten: "Es geht deinem Untergebenen, unserem Vater, gut; er lebt noch." Und sie verbeugten sich wieder und warfen sich auf den Boden.

29 Und Josef blickte sie an und entdeckte Benjamin unter ihnen - den einzigen Bruder, der nicht nur den gleichen Vater, sondern auch die gleiche Mutter wie er hatte. Und er fragte sie: "Ist das euer jüngster Bruder, von dem ihr mir erzählt hattet?" Zu ihm sagte er: "Gott sei dir gnädig, mein Sohn."

30 Danach rannte er hinaus, denn er war wegen Benjamin richtig aufgewühlt - und er ging in ein leeres Zimmer, um zu weinen.

31 Anschließend wusch er sich das Gesicht, kam wieder heraus, unterdrückte seine Gefühle und befahl: "Bringt das Essen her!"

32 Und er bekam seperates Essen genauso wie sie. Anders als die Ägypter, die mit am Tisch saßen, denn Ägypter können nicht gemeinsam mit Hebräern essen, weil ihr Essen für sie eklig ist.

33 Und sie saßen vor ihm in einer Reihe dem Alter nach, vom Ältesten bis hin zum Jüngsten. Und alle blickten sich erstaunt an,

34 denn die Brüder bekamen von seinem besten Essen ab, und Benjamin bekam am allermeisten von dem tollen Essen ab. Und sie tranken auch zusammen mit ihm und waren anschließend beduselt.