1.Mose 42

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Version vom 31. Dezember 2007, 14:15 Uhr von Miriam (Diskussion | Beiträge) (Wie Josefs Brüder außer Benjamin nach Ägypten reisen)

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Wie Josefs Brüder außer Benjamin nach Ägypten reisen

1 Als Jakob erfuhr, dass es in Ägypten noch Getreide gab, sagte er zu seinen Söhnen: "Schaut nicht so dumm!"

2 Und weiter: "Es heißt, dass es in Ägypten Getreide gibt. Macht euch auf die Reise und besorgt uns dort Getreide, damit wir nicht verhungern."

3 Da zogen lediglich 10 Brüder Josefs los, um in Ägypten Getreide zu kaufen.

4 Benjamin ließ Jakob nicht mitziehen, damit ihm nicht auch noch ein Unfall passieren sollte.

5 Und so kamen die Söhne in einen Pulk von Menschen, die nach Ägypten strömten, denn auch in ihrer Heimat Kanaan gab es nichts mehr zu essen.

6 Und Josef als Machthaber in Ägypten war es, der den Menschen das Getreide verkaufte. Als nun seine Brüder zu ihm kamen, beugten sie sich vor ihm so tief nieder, dass ihre Gesichter den Boden berührten.

7 Josef erkannte seine Brüder, gab sich ihnen aber nicht zu erkennen und behandelte sie schroff und fragte sie: "Woher kommt ihr?" Sie antworteten: "Wir kommen aus Kanaan und wollen hier Getreide kaufen."

8 Zwar hatte Josef sie erkannt, umgekehrt erkannten sie ihn aber nicht.

9 Josef erinnerte sich an seine Träume, die er von ihnen gehabt hatte, und fuhr sie an: "Ihr seid Spione und wollt mein Land ausspionieren."

10 Sie antworteten erschrocken: "Nein, mein Herr, deine Knechte sind gekommen, um Lebensmittel zu kaufen.

11 Wir sind alle Söhne eines Mannes und ehrlich dazu. Deine Knechte sind keine Spione."

12 "Nein", entgegnete Josef, "ihr seid gekommen, das Land auszuspionieren."

13 "Wir sind zwölf Brüder, Söhne desselben Mannes, der in Kanaan wohnt, nur unser jüngster Bruder ist zuhause geblieben und ein Bruder lebt nicht mehr."

14 Josef stellte sich stur: "Ich bleibe dabei, dass ihr Spione seid."

15 Wir werden es jedoch überprüfen: "So wahr der Pharao lebt, werdet ihr hier nicht wieder fortkommen, es sei denn euer jüngster Bruder kommt hierher.

16 Einen von euch schickt nachhause um euren Bruder zu holen, die anderen bleiben hier. Wir prüfen genau, ob ihr die Wahrheit gesagt habt. Und wenn nicht, seid ihr Spione, so wahr der Pharao lebt."

17 Dann ließ Josef sie drei Tage lang gefangen nehmen.

18 Am dritten Tag sagte Josef zu ihnen: "Macht folgendes, wenn ihr weiterleben wollt, denn ich glaube an Gott:

19 Wenn ihr ehrlich seid, lasst einen als Gefangenen zurück, die anderen dürfen das Getreide nachhause bringen um den Hunger dort zu stillen.

20 Damit ich weiß, dass ihr die Wahrheit gesagt habt und nicht sterbt, bringt euren jüngsten Bruder. Sie befolgten seine Anordnungen.

21 Da beredeten sie sich untereinander: "Wir tragen schuld wegen unseres Bruders, der uns aus tiefster Angst um Gnade angefleht hatte, wir ihn aber nicht erhörten. Deshalb stecken wir jetzt im Schlamassel."

22 Darauf sagte Ruben: "Ich hatte es euch gesagt, dass ihr euch nicht an dem Jungen vergreifen sollt. Jetzt wird Vergeltung für ihn gefordert."

23 Sie merkten nicht, dass Josef alles verstanden hatte, denn zuvor hatten sie sich über einen Dolmetscher mit ihm unterhalten.

24 Josef verzog sich kurz in ein stilles Eck und weinte. Dann kam er wieder zurück und sprach mit ihnen. Dann nahm er Simeon von ihnen weg und ließ ihn vor ihren Augen fesseln.

25 Dann befahl Josef, dass ihre mitgebrachten Gefäße mit Getreide füllte, ihr Geld wieder jedem in seinen Sack zurücklegte und dass jedem Wegzehrung mitgegeben wurde. Und es geschah so.

26 Sie luden das Getreide auf ihre Lastesel und zogen nachhause.

27 Als der erste bei der ersten Unterkunft seinen Sack aufmachte, um seinem Esel Futter zu geben, sah er sein Geld zuoberst im Sack.

28 Er sagte zu den anderen: "Mir ist mein Geld zurückgegeben worden, es ist noch komplett in meinem Sack." Da rutschte ihnen das Herz in die Hose und sie sahen sich erschrocken an: Was hat uns Gott da angetan.

29 Als sie ihr Zuhause in Kanaan wieder erreichten, berichteten sie alles ihrem Vater Jakob:

30 "Der Mann, der Chef des Landes, war sehr grob zu uns und behandelte uns wie Spione.

31 Wir haben ihm versichert, dass wir ehrliche Männer sind und keine Spione;

32 Wir erklärten, dass wir 12 Söhne eines Mannes sind, von denen einer nicht mehr lebt und der Jüngste beim Vater in Kanaan geblieben ist.

33 Aber der Mann, der Chef des Landes ist, erklärte uns, dass er einen Beweis für unsere Aussagen wolle: Einen von euch lasst bei mir, nehmt Getreide für den Hunger bei euch zu hause mit und geht nachhause,

34 aber bringt euren jüngsten Bruder zu mir, dann kann ich mir sicher sein, dass ihr ehrliche Männer und keine Spione seid. Dann könnt ihr euren Bruder zurückhaben und ihr dürft euch frei im Land aufhalten."

35 Als sie dann ihre Säcke ausräumten, bemerkten sie, dass sie alle noch ihre Geldbündel hatten und alle, die Brüder und der Vater, bekamen einen fürchterlichen Schreck.

36 Und Jakob beklagte sich bei ihnen: "Ihr wollt mir alle meine Kinder wegnehmen: Josef lebt nicht mehr, Simeon ist weg und Benjamin wollt ihr mir auch noch wegnehmen. Was muss ich doch alles ertragen."

37 Da bot sich Ruben seinem Vater an: "Du kannst meine beiden Söhne töten, falls ich dir Benjamin nicht wieder zurückbringe. Gib ihn mir, ich passe auf ihn auf und bringe ihn dir bestimmt zurück."

38 Jakob erwiderte: "Mein Sohn geht nicht mit euch mit. Sein Bruder ist tot und er ist allein zurückgeblieben. Wenn er einen Unfall hätte, würde mich das vor lauter Kummer ins Grab bringen."