1.Mose 37

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Version vom 7. Juli 2007, 09:55 Uhr von Grenzwertig (Diskussion | Beiträge) (Wie Josef träumte – und seine Brüder neidisch wurden)

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Wie Josef träumte – und seine Brüder neidisch wurden

1 Jakob wohnte in Kanaan, also in dem Land, in dem sich sein Vater als Ausländer niedergelassen hatte.

2 Dies ist die Familiengeschichte Jakobs: Josef war ein 17-jähriger Schafhirte und hütete zusammen mit seinen Halbbrüdern die Schafe – den Söhnen Bilhas und Silpas, die neben seiner Mutter noch weitere Frauen seines Vaters waren. Seine Geschwister verpetzte er bei seinem Vater, wenn er etwas von ihnen mitbekam.

3 Israel (der neue Name Jakobs) liebte Josef mehr als seine anderen Söhne, weil er ihn noch in hohem Alter bekommen hatte. Deshalb ließ er ihm ein teures und hippiges Gewand anfertigen.

4 Als seine Halbbrüder merkten, dass ihr Vater ihn mehr liebte als alle anderen, begannen sie, ihn zu hassen. Sie schnitten ihn und grüßten ihn nicht mehr.

5 Der Hass wurde noch größer, als ihnen Josef seinen folgenden Traum erzählte.

6 Er sprach zu ihnen: "Hört mal zu, ich erzähle euch meinen Traum:

7 Wir waren gerade alle zusammen auf dem Feld und banden das Getreide zu Büscheln zusammen. Plötzlich standen eure Getreidebüschel auf und verbeugten sich vor meinem Getreidebüschel."

8 Da bäfften ihn seine Brüder an: "Heißt das, dass du unser Chef sein willst und uns befehlen willst?" Und sie hassten ihn noch mehr wegen dem, was er träumte und was er ihnen erzählte.

9 Und er bekam noch einen Traum, den er seinen Halbbrüdern auch erzählte: "Hört zu, ich hatte noch einen Traum, in dem verbeugten sich vor mir die Sonne, der Mond und 11 Sterne."

10 Diesen Traum erzählte er seinem Vater und seinen Brüdern. Sein Vater schimpfte mit ihm: "Was ist denn das für ein komischer Traum, den du da hattest? Sollen etwa deine ganze Familie, ich, deine Mutter und deine Brüder uns vor dir verbeugen?"

11 Und seine Brüder waren eifersüchtig, sein Vater jedoch merkte sich jedes Wort.

Josef wird nach Ägypten verkauft – und sein Vater trauert um ihn

12 Josefs Brüder gingen zu den Schafen, um sie in der Nähe von Sichem zu weiden.

13 Da sagte Israel zu Josef: "Deine Brüder sind doch, wie du weißt, in Sichem und weiden die Schafe. Komm, ich schicke dich zu ihnen." Josef sagte: "Hier bin ich."

14 Israel sagte: "Geh nach Sichem und schau, ob deine Brüder und das Vieh okay sind. Dann gib mir Nachricht." Und Israel schickte Josef aus dem Tal von Hebron nach Sichem. Josef kam in Sichem an,

15 kannte sich dort aber nicht aus. Er irrte herum und wurde von einem Einheimischen gefragt, wen er denn suche.

16 Josef antwortete: "Ich suche meine Brüder, bitte sage mir doch, wo sie und die Schafe sind."

17 Der Mann antwortete: "Sie sind weggezogen. Dabei habe ich sie aber gehört, wie sie sagten, dass sie nach Dothan ziehen wollten." Und Josef folgte ihnen und traf sie in Dothan.

18 Als seine Brüder ihn von weitem sahen, beschlossen sie, ihn zu töten.

19 Sie sagten untereinander: "Der Träumer kommt zu uns.

20 Wir töten ihn, werfen ihn in ein Loch und behaupten, dass er von einer wilden Bestie gefressen worden sei. Dann wollen wir mal sehen, was aus seinen Träumen wird."

21 Aber Ruben war mit diesem Plan nicht einverstanden. Er wollte Josef vor seinen Geschwistern retten und sagte eindringlich: "Wir dürfen ihn nicht töten."

22 Und er sagte weiter: "Werft ihn in dieses Loch hier in der Wüste und lasst ihn einfach zurück." Ruben hatte nämlich den Plan, ihn heimlich wieder aus dem Loch herauszuholen und zu seinem Vater zurückzubringen.

23 Als Josef bei seinen Brüdern ankam, fingen sie ihn, zogen ihm sein neues, cooles Gewand aus und warfen ihn in das tiefe Wasserloch. Dieses war ausgetrocknet und damit leer.

25 Danach nahmen sie ihr Picknick in der Nähe des Wasserlochs ein. Sie sahen eine Handelskarawane von Ismaelitern (Arabern), die teures Harz und andere wertvolle Sachen von Gilead nach Ägypten bringen wollten.

26 Da hatte Juda eine Idee und redete mit den anderen: "Es wäre ein schlimmes Verbrechen, wenn wir unseren Bruder töten würden.

27 "Wenn wir ihn jedoch an die Ismaeliter verkaufen, klebt kein Blut an uns. Er ist immerhin unser Bruder, also von unserem Fleisch und Blut." Und die anderen Brüder gehorchten ihm.

28 Als die Kaufleute mit ihrer Karawane vorbeikamen, zogen sie Josef aus dem Loch heraus und verkauften ihn für 20 Silberstücke an die Ismaeliter, die ihn als Sklaven nach Ägypten mitnahmen.

29 Ruben, der nichts von der Verkaufsaktion mitbekommen hatte, kam wieder zum Loch zurück, fand jedoch Josef nicht mehr darin. Er zerriss aus Trauer und Verzweiflung sein Gewand.

30 Er ging zu seinen Brüdern und sprach: "Der Junge ist nicht mehr da, wo soll ich ihn suchen?"

31 Da nahmen sie Josefs Gewand und tauchten es ins Blut eines Ziegenbocks, den sie dafür schlachteten.

32 Sie schickten das blutige Gewand zum Vater mit der Anmerkung, sie hätten es gefunden und ließen ihn fragen, ob es das Gewand sei, das er Josef geschenkt hatte.

33 Dieser erkannte das Gewand und sagte: "Das ist das Gewand meines Sohnes, ein wildes Tier muss Josef zerrissen haben."

34 Und Jakob zerriss als Zeichen seiner Trauer seine Kleider und zog nur ein grobes Leinentuch als Bekleidung an, danach trauerte er lange Zeit um seinen Sohn.

35 Alle Söhne und Töchter kamen zu ihm, um ihn zu trösten. Aber er weigerte sich, trösten zu lassen und sagte: "Ich werde solange ich lebe nicht mehr aufhören können zu trauern." So sehr trauerte Josefs Vater um ihn.

36 Und die fahrenden Händler, die aus Midian waren, verkauften Josef in Ägypten an Potifar, einen der obersten Beamten am Königshof, den Chef der Leibwache des Pharao.