1.Mose 37: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Volxbibel Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
K (Wiederhergestellt zur letzten Änderung von Grenzwertig)
K (Josef wird verschleppt und verkauft)
 
(3 dazwischenliegende Versionen von 3 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
 +
 
{{1.Mose-Übersicht}}
 
{{1.Mose-Übersicht}}
  
[[V1:1.Mose 37|aktuelle Druckversion]] | [[1.Mose 37| aktuelle Arbeitsversion]] | [[Testing:1.Mose 37|zukünftige Druckversion]]
+
[[V1:1.Mose 37|aktuelle Druckversion]] | [[1.Mose 37|aktuelle Arbeitsversion]]  
 +
__TOC__
 +
 
  
__TOC__
+
=== Josef hat heftige Träume ===
  
===Wie Josef träumte – und seine Brüder neidisch wurden===
+
1  Jakob baute seine Zelte in dem Kanaan-Land auf und wohnte da. Hier hatte ja schon sein Vater als Ausländer gelebt.
  
1 Jakob wohnte in Kanaan, also in dem Land, in dem sich sein Vater als Ausländer niedergelassen hatte.
+
2  In diesem Kapitel kommt die Geschichte von Jakob und seiner Familie. Josef war 17 Jahre. Er half seinen Brüdern (die Söhne von Bilha und Silpa) beim Aufpassen auf die Schaf- und Ziegenherde. Und er petzte immer bei seinem Vater, was die Leute über sie am Lästern waren, wenn die mal wieder Mist gebaut hatten.  
  
2 Dies ist die Familiengeschichte Jakobs: Josef war ein 17-jähriger Schafhirte und hütete zusammen mit seinen Halbbrüdern die Schafe – den Söhnen Bilhas und Silpas, die neben seiner Mutter noch weitere Frauen seines Vaters waren. Seine Geschwister verpetzte er bei seinem Vater, wenn er etwas von ihnen mitbekam.  
+
3  Er war auch der Liebling von Papa, vermutlich, weil er ihn erst bekommen hatte, als er schon alt war. Er ließ für ihn sogar eine Spezialanfertigung von einer sehr coolen Jeans machen, die echt stylisch aussah.  
  
3 Israel (der neue Name Jakobs) liebte Josef mehr als seine anderen Söhne, weil er ihn noch in hohem Alter bekommen hatte. Deshalb ließ er ihm ein teures und hippiges Gewand anfertigen.
+
4  Als seine Brüder mitbekamen, dass ihr Vater Josef mehr liebte als sie, kriegten sie voll den Hals. Sie hassten ihn, und immer wenn er kam, hauten sie schnell ab, um nicht mit ihm reden zu müssen.  
  
4 Als seine Halbbrüder merkten, dass ihr Vater ihn mehr liebte als alle anderen, begannen sie, ihn zu hassen. Sie schnitten ihn und grüßten ihn nicht mehr.
+
5  Irgendwann hatte Josef dann mal einen heftigen Traum, den er dann ausgerechnet auch noch seinen Brüdern erzählen musste. Danach hassten sie ihn sogar noch mehr.  
  
5 Der Hass wurde noch größer, als ihnen Josef seinen folgenden Traum erzählte.  
+
6  Und zwar war das so. Er kam bei ihnen an und sagte: „Hey, ihr! Ich muss euch unbedingt erzählen, was ich letzte Nacht geträumt hab.  
  
6 Er sprach zu ihnen: "Hört mal zu, ich erzähle euch meinen Traum:
+
7  Wir waren auf einem Feld und haben zusammen das Getreide geerntet. Wir schnitten die Pflanzen in Büscheln ab und banden die dann zusammen. Plötzlich passierte was total Abgefahrenes. Mein Büschel stellte sich in die Mitte, und eure Büschel stellten sich drum herum. Und dann verneigten sich eure Büschel vor meinem, als wäre ich ein Held oder so.“
  
7 Wir waren gerade alle zusammen auf dem Feld und banden das Getreide zu Büscheln zusammen. Plötzlich standen eure Getreidebüschel auf und verbeugten sich vor meinem Getreidebüschel."
+
8  „Ach, jetzt spinnst du total ab? Willst du jetzt unser Präsi werden oder was?“ Weil Josef diesen Traum hatte und den seinen Brüdern auch noch erzählte, hassten sie ihn nur noch mehr.  
  
8 Da bäfften ihn seine Brüder an: "Heißt das, dass du unser Chef sein willst und uns befehlen willst?" Und sie hassten ihn noch mehr wegen dem, was er träumte und was er ihnen erzählte.
+
9  Er hatte dann noch einen zweiten Traum, der so ähnlich ging. Den erzählte er auch seinen Brüdern. „Leute, ich hab letzte Nacht wieder so einen Traum gehabt. In dem Traum kamen die Sonne und der Mond an, dazu noch elf Sterne im Gepäck. Ihr müsst euch das reinziehen, sie haben sich auch alle vor mit verneigt!“
  
9 Und er bekam noch einen Traum, den er seinen Halbbrüdern auch erzählte: "Hört zu, ich hatte noch einen Traum, in dem verbeugten sich vor mir die Sonne, der Mond und 11 Sterne."
+
10  Diesmal hörte auch sein Vater zu. Der schnauzte ihn voll an: „Was soll das? Was ist das für ein Schwachsinn, den du da träumst? Glaubst du wirklich, dass ich, deine Mutter und deine Brüder alle mal bei dir ankommen und uns vor dir verneigen?“
  
10 Diesen Traum erzählte er seinem Vater und seinen Brüdern. Sein Vater schimpfte mit ihm: "Was ist denn das für ein komischer Traum, den du da hattest? Sollen etwa deine ganze Familie, ich, deine Mutter und deine Brüder uns vor dir verbeugen?"
+
11  Seine Brüder wurden voll eifersüchtig auf Josef. Sein Vater schrieb sich den Traum aber auf und dachte da drüber nach.
  
11 Und seine Brüder waren eifersüchtig, sein Vater jedoch merkte sich jedes Wort.
+
===Josef wird verschleppt und verkauft ===
  
===Josef wird nach Ägypten verkauft – und sein Vater trauert um ihn===
+
12  Irgendwann waren die Brüder von Josef dienstlich unterwegs. Sie mussten die Schaf- und Ziegenherden vom Vater nach Sichem bringen, damit man die dort weiden konnte.
  
12 Josefs Brüder gingen zu den Schafen, um sie in der Nähe von Sichem zu weiden.  
+
13  Jakob sagte zu Josef: „Du, besuch mal deine Brüder, die jetzt gerade in Sichem sind!“ – „Okay, mach ich!“, antwortete Josef.  
  
13 Da sagte Israel zu Josef: "Deine Brüder sind doch, wie du weißt, in Sichem und weiden die Schafe. Komm, ich schicke dich zu ihnen." Josef sagte: "Hier bin ich."
+
14  „Schau einfach mal nach ihnen und check, ob sie gut drauf sind. Sieh dir auch mal die Tiere an, ob es denen auch gutgeht. Und dann komm bald zurück und erzähl, was du erlebt hast, ja?!“ Mit der Ansage schickte er Josef los, von Hebron nach Sichem zu gehen.  
  
14 Israel sagte: "Geh nach Sichem und schau, ob deine Brüder und das Vieh okay sind. Dann gib mir Nachricht." Und Israel schickte Josef aus dem Tal von Hebron nach Sichem. Josef kam in Sichem an,
+
15  Auf dem Weg verlief sich Josef ein bisschen, weil er sich nicht so gut auskannte. Er traf dann zum Glück einen Typen, der ihn fragte: „Na? Wen oder was suchst du denn hier?“
  
15 kannte sich dort aber nicht aus. Er irrte herum und wurde von einem Einheimischen gefragt, wen er denn suche.  
+
16  „Äh, ich bin auf der Suche nach meinen Brüdern! Haben Sie die irgendwo gesehen? Das sind alles Hirten, die hier in der Nähe arbeiten.
  
16 Josef antwortete: "Ich suche meine Brüder, bitte sage mir doch, wo sie und die Schafe sind."
+
17  „Ach die! Die sind schon vor einer Zeit weitergezogen. Ich hab noch gehört, wie sie meinten: ,Lass uns mal nach Dotan gehen!‘“ Also ging Josef dann in Richtung Dotan, um seine Brüder dort zu finden.  
  
17 Der Mann antwortete: "Sie sind weggezogen. Dabei habe ich sie aber gehört, wie sie sagten, dass sie nach Dothan ziehen wollten." Und Josef folgte ihnen und traf sie in Dothan.  
+
18  Als er noch ein paar Kilometer weg war, konnten seine Brüder ihn schon auf dem platten Land kommen sehen. Und bevor er in Hörweite war, hatten sie schon einen Plan gemacht, wie sie ihn am besten töten könnten.  
  
18 Als seine Brüder ihn von weitem sahen, beschlossen sie, ihn zu töten.  
+
19  „Da kommt ja unser „Träumer“ . . .  
  
19 Sie sagten untereinander: "Der Träumer kommt zu uns.
+
20  Jetzt haben wir die Chance, ihn endlich kaputt zu machen. Wir prügeln ihn tot und schmeißen die Leiche dann in einen Gulli. Wenn uns Leute fragen, erzählen wir einfach, er sei von einer wilden Bestie angefallen und aufgefressen worden. Dann wird endlich klar, was aus seinen tollen Träumen in Wirklichkeit geworden ist. Nämlich nichts!“
  
20 Wir töten ihn, werfen ihn in ein Loch und behaupten, dass er von einer wilden Bestie gefressen worden sei. Dann wollen wir mal sehen, was aus seinen Träumen wird."
+
21  Ruben war nicht so begeistert: „Mann Leute, das ist Mord! Das können wir nicht tun!“ Er wollte Josef irgendwie retten.  
  
21 Aber Ruben war mit diesem Plan nicht einverstanden. Er wollte Josef vor seinen Geschwistern retten und sagte eindringlich: "Wir dürfen ihn nicht töten."
+
22  „Blut vergießen ist keine Lösung! Schmeißt ihn doch lebendig da hinten in den Gulli rein und macht den Deckel zu!. Aber warum gleich töten?“ Er hatte sich überlegt, dass er nach einiger Zeit wieder hier herkommen würde, um den Josef da rauszuholen und zurück zu seinem Vater in Sicherheit zu bringen.  
  
22 Und er sagte weiter: "Werft ihn in dieses Loch hier in der Wüste und lasst ihn einfach zurück." Ruben hatte nämlich den Plan, ihn heimlich wieder aus dem Loch herauszuholen und zu seinem Vater zurückzubringen.  
+
23  Als sie dann bei Josef waren, zogen sie ihm erst mal die teure Jeans aus.  
  
23 Als Josef bei seinen Brüdern ankam, fingen sie ihn, zogen ihm sein neues, cooles Gewand aus und warfen ihn in das tiefe Wasserloch. Dieses war ausgetrocknet und damit leer.  
+
24  Dann packten sie ihn und warfen ihn in den Gulli rein. Der Gulli wurde zu der Zeit nicht mehr benutzt.  
  
25 Danach nahmen sie ihr Picknick in der Nähe des Wasserlochs ein. Sie sahen eine Handelskarawane von Ismaelitern (Arabern), die teures Harz und andere wertvolle Sachen von Gilead nach Ägypten bringen wollten.
+
25  Anschließend machten sie ein kleines Picknick. Plötzlich kam da ein ganzer Lkw-Treck von arabischen Geschäftsleuten aus Richtung Gilead an. Die waren auf dem Weg nach Ägypten, um ihre Ladung da zu verkaufen. Sie hatten teure Parfüme geladen, die sie dort weiterverhökern wollten.  
  
26 Da hatte Juda eine Idee und redete mit den anderen: "Es wäre ein schlimmes Verbrechen, wenn wir unseren Bruder töten würden.
+
26  Juda kam da eine gute Idee. „Hey, Leute! Was bringt uns das eigentlich, wenn wir unseren Bruder killen und die Leiche heimlich verschwinden lassen?
  
27 "Wenn wir ihn jedoch an die Ismaeliter verkaufen, klebt kein Blut an uns. Er ist immerhin unser Bruder, also von unserem Fleisch und Blut." Und die anderen Brüder gehorchten ihm.
+
27  Warum verkaufen wir ihn nicht an die arabischen Geschäftsleute als Billiglohnkraft? Ist bestimmt ne bessere Idee. Dann machen wir uns nicht die Hände an ihm schmutzig. Außerdem ist er ja immerhin noch unser Bruder. Was meint ihr?“ Seine Brüder waren alle einverstanden.  
  
28 Als die Kaufleute mit ihrer Karawane vorbeikamen, zogen sie Josef aus dem Loch heraus und verkauften ihn für 20 Silberstücke an die Ismaeliter, die ihn als Sklaven nach Ägypten mitnahmen.
+
28  Als die Geschäftsleute ankamen, zogen sie Josef aus dem Gulli raus und verkauften ihn für 2500 Euro. Die nahmen ihn dann mit nach Ägypten.  
  
29 Ruben, der nichts von der Verkaufsaktion mitbekommen hatte, kam wieder zum Loch zurück, fand jedoch Josef nicht mehr darin. Er zerriss aus Trauer und Verzweiflung sein Gewand.
+
29  Ruben, der bei der Verkaufsaktion nicht dabei war, kam später wieder da hin, um Josef zu befreien. Aber der war ja jetzt nicht mehr hier. Als er ihn nicht mehr finden konnte, war er voll fertig und traurig deswegen.  
  
30 Er ging zu seinen Brüdern und sprach: "Der Junge ist nicht mehr da, wo soll ich ihn suchen?"
+
30  Er lief zurück zu seinen Brüdern und schrie sie an: „Der kleine Josef ist nicht mehr da! Was mach ich jetzt nur? Ich bin doch verantwortlich für ihn!“
  
31 Da nahmen sie Josefs Gewand und tauchten es ins Blut eines Ziegenbocks, den sie dafür schlachteten.  
+
31  Denen fiel nichts Besseres ein, als die Jeans von Josef zu nehmen und die mit Blut von einer Ziege vollzuschmieren.  
  
32 Sie schickten das blutige Gewand zum Vater mit der Anmerkung, sie hätten es gefunden und ließen ihn fragen, ob es das Gewand sei, das er Josef geschenkt hatte.
+
32  Das Teil nahmen sie dann als Beweisstück zu ihrem Vater mit. „Papa! Das haben wir gerade gefunden! Ist das nicht die Jeans von Josef?“
  
33 Dieser erkannte das Gewand und sagte: "Das ist das Gewand meines Sohnes, ein wildes Tier muss Josef zerrissen haben."
+
33  Jakob erkannte die sofort. „O nein! Mein Sohn! Ja, die Jeans ist von Josef! Josef ist überfallen worden! Josef ist tot! Josef ist tot!“
  
34 Und Jakob zerriss als Zeichen seiner Trauer seine Kleider und zog nur ein grobes Leinentuch als Bekleidung an, danach trauerte er lange Zeit um seinen Sohn.
+
34  Er war total fertig deswegen, schrie laut los und weinte. Jakob zog ab dem Zeitpunkt nur noch schwarze Klamotten an und trauerte sehr lange um seinen Sohn.  
  
35 Alle Söhne und Töchter kamen zu ihm, um ihn zu trösten. Aber er weigerte sich, trösten zu lassen und sagte: "Ich werde solange ich lebe nicht mehr aufhören können zu trauern." So sehr trauerte Josefs Vater um ihn.
+
35  Seine ganzen Kinder versuchten ihn immer wieder aufzumuntern und zu trösten. Aber keine Chance, Jakob war lange in einer schweren Depression deswegen. „Ich will auch sterben, um zu meinem Sohn zu kommen!“, sagte er immer wieder. Dass sein Lieblingssohn gestorben war, konnte er einfach nicht verkraften.  
  
36 Und die fahrenden Händler, die aus Midian waren, verkauften Josef in Ägypten an Potifar, einen der obersten Beamten am Königshof, den Chef der Leibwache des Pharao.
+
36  Die arabischen Geschäftsleute verkauften ihn in Ägypten dann als einen Sklaven an Potifar. Dieser Potifar arbeitete in der Residenz vom Chef des ganzen Landes, vom Pharao. Er war der General der Leibwächter vom Präsidenten. Sklaven hatten zu der Zeit kaum Rechte, sie hatten so eine Art Knebelverträge mit ihren Besitzern und mussten für die wie blöd arbeiten. Man konnte sie kaufen und weiterverkaufen, wie ein Stück Fleisch oder ein Tier.

Aktuelle Version vom 18. Mai 2015, 11:59 Uhr


aktuelle Druckversion | aktuelle Arbeitsversion


Josef hat heftige Träume

1  Jakob baute seine Zelte in dem Kanaan-Land auf und wohnte da. Hier hatte ja schon sein Vater als Ausländer gelebt.

2  In diesem Kapitel kommt die Geschichte von Jakob und seiner Familie. Josef war 17 Jahre. Er half seinen Brüdern (die Söhne von Bilha und Silpa) beim Aufpassen auf die Schaf- und Ziegenherde. Und er petzte immer bei seinem Vater, was die Leute über sie am Lästern waren, wenn die mal wieder Mist gebaut hatten.

3  Er war auch der Liebling von Papa, vermutlich, weil er ihn erst bekommen hatte, als er schon alt war. Er ließ für ihn sogar eine Spezialanfertigung von einer sehr coolen Jeans machen, die echt stylisch aussah.

4  Als seine Brüder mitbekamen, dass ihr Vater Josef mehr liebte als sie, kriegten sie voll den Hals. Sie hassten ihn, und immer wenn er kam, hauten sie schnell ab, um nicht mit ihm reden zu müssen.

5  Irgendwann hatte Josef dann mal einen heftigen Traum, den er dann ausgerechnet auch noch seinen Brüdern erzählen musste. Danach hassten sie ihn sogar noch mehr.

6  Und zwar war das so. Er kam bei ihnen an und sagte: „Hey, ihr! Ich muss euch unbedingt erzählen, was ich letzte Nacht geträumt hab.

7  Wir waren auf einem Feld und haben zusammen das Getreide geerntet. Wir schnitten die Pflanzen in Büscheln ab und banden die dann zusammen. Plötzlich passierte was total Abgefahrenes. Mein Büschel stellte sich in die Mitte, und eure Büschel stellten sich drum herum. Und dann verneigten sich eure Büschel vor meinem, als wäre ich ein Held oder so.“

8  „Ach, jetzt spinnst du total ab? Willst du jetzt unser Präsi werden oder was?“ Weil Josef diesen Traum hatte und den seinen Brüdern auch noch erzählte, hassten sie ihn nur noch mehr.

9  Er hatte dann noch einen zweiten Traum, der so ähnlich ging. Den erzählte er auch seinen Brüdern. „Leute, ich hab letzte Nacht wieder so einen Traum gehabt. In dem Traum kamen die Sonne und der Mond an, dazu noch elf Sterne im Gepäck. Ihr müsst euch das reinziehen, sie haben sich auch alle vor mit verneigt!“

10  Diesmal hörte auch sein Vater zu. Der schnauzte ihn voll an: „Was soll das? Was ist das für ein Schwachsinn, den du da träumst? Glaubst du wirklich, dass ich, deine Mutter und deine Brüder alle mal bei dir ankommen und uns vor dir verneigen?“

11  Seine Brüder wurden voll eifersüchtig auf Josef. Sein Vater schrieb sich den Traum aber auf und dachte da drüber nach.

Josef wird verschleppt und verkauft

12  Irgendwann waren die Brüder von Josef dienstlich unterwegs. Sie mussten die Schaf- und Ziegenherden vom Vater nach Sichem bringen, damit man die dort weiden konnte.

13  Jakob sagte zu Josef: „Du, besuch mal deine Brüder, die jetzt gerade in Sichem sind!“ – „Okay, mach ich!“, antwortete Josef.

14  „Schau einfach mal nach ihnen und check, ob sie gut drauf sind. Sieh dir auch mal die Tiere an, ob es denen auch gutgeht. Und dann komm bald zurück und erzähl, was du erlebt hast, ja?!“ Mit der Ansage schickte er Josef los, von Hebron nach Sichem zu gehen.

15  Auf dem Weg verlief sich Josef ein bisschen, weil er sich nicht so gut auskannte. Er traf dann zum Glück einen Typen, der ihn fragte: „Na? Wen oder was suchst du denn hier?“

16  „Äh, ich bin auf der Suche nach meinen Brüdern! Haben Sie die irgendwo gesehen? Das sind alles Hirten, die hier in der Nähe arbeiten.“

17  „Ach die! Die sind schon vor einer Zeit weitergezogen. Ich hab noch gehört, wie sie meinten: ,Lass uns mal nach Dotan gehen!‘“ Also ging Josef dann in Richtung Dotan, um seine Brüder dort zu finden.

18  Als er noch ein paar Kilometer weg war, konnten seine Brüder ihn schon auf dem platten Land kommen sehen. Und bevor er in Hörweite war, hatten sie schon einen Plan gemacht, wie sie ihn am besten töten könnten.

19  „Da kommt ja unser „Träumer“ . . .

20  Jetzt haben wir die Chance, ihn endlich kaputt zu machen. Wir prügeln ihn tot und schmeißen die Leiche dann in einen Gulli. Wenn uns Leute fragen, erzählen wir einfach, er sei von einer wilden Bestie angefallen und aufgefressen worden. Dann wird endlich klar, was aus seinen tollen Träumen in Wirklichkeit geworden ist. Nämlich nichts!“

21  Ruben war nicht so begeistert: „Mann Leute, das ist Mord! Das können wir nicht tun!“ Er wollte Josef irgendwie retten.

22  „Blut vergießen ist keine Lösung! Schmeißt ihn doch lebendig da hinten in den Gulli rein und macht den Deckel zu!. Aber warum gleich töten?“ Er hatte sich überlegt, dass er nach einiger Zeit wieder hier herkommen würde, um den Josef da rauszuholen und zurück zu seinem Vater in Sicherheit zu bringen.

23  Als sie dann bei Josef waren, zogen sie ihm erst mal die teure Jeans aus.

24  Dann packten sie ihn und warfen ihn in den Gulli rein. Der Gulli wurde zu der Zeit nicht mehr benutzt.

25  Anschließend machten sie ein kleines Picknick. Plötzlich kam da ein ganzer Lkw-Treck von arabischen Geschäftsleuten aus Richtung Gilead an. Die waren auf dem Weg nach Ägypten, um ihre Ladung da zu verkaufen. Sie hatten teure Parfüme geladen, die sie dort weiterverhökern wollten.

26  Juda kam da eine gute Idee. „Hey, Leute! Was bringt uns das eigentlich, wenn wir unseren Bruder killen und die Leiche heimlich verschwinden lassen?

27  Warum verkaufen wir ihn nicht an die arabischen Geschäftsleute als Billiglohnkraft? Ist bestimmt ne bessere Idee. Dann machen wir uns nicht die Hände an ihm schmutzig. Außerdem ist er ja immerhin noch unser Bruder. Was meint ihr?“ Seine Brüder waren alle einverstanden.

28  Als die Geschäftsleute ankamen, zogen sie Josef aus dem Gulli raus und verkauften ihn für 2500 Euro. Die nahmen ihn dann mit nach Ägypten.

29  Ruben, der bei der Verkaufsaktion nicht dabei war, kam später wieder da hin, um Josef zu befreien. Aber der war ja jetzt nicht mehr hier. Als er ihn nicht mehr finden konnte, war er voll fertig und traurig deswegen.

30  Er lief zurück zu seinen Brüdern und schrie sie an: „Der kleine Josef ist nicht mehr da! Was mach ich jetzt nur? Ich bin doch verantwortlich für ihn!“

31  Denen fiel nichts Besseres ein, als die Jeans von Josef zu nehmen und die mit Blut von einer Ziege vollzuschmieren.

32  Das Teil nahmen sie dann als Beweisstück zu ihrem Vater mit. „Papa! Das haben wir gerade gefunden! Ist das nicht die Jeans von Josef?“

33  Jakob erkannte die sofort. „O nein! Mein Sohn! Ja, die Jeans ist von Josef! Josef ist überfallen worden! Josef ist tot! Josef ist tot!“

34  Er war total fertig deswegen, schrie laut los und weinte. Jakob zog ab dem Zeitpunkt nur noch schwarze Klamotten an und trauerte sehr lange um seinen Sohn.

35  Seine ganzen Kinder versuchten ihn immer wieder aufzumuntern und zu trösten. Aber keine Chance, Jakob war lange in einer schweren Depression deswegen. „Ich will auch sterben, um zu meinem Sohn zu kommen!“, sagte er immer wieder. Dass sein Lieblingssohn gestorben war, konnte er einfach nicht verkraften.

36  Die arabischen Geschäftsleute verkauften ihn in Ägypten dann als einen Sklaven an Potifar. Dieser Potifar arbeitete in der Residenz vom Chef des ganzen Landes, vom Pharao. Er war der General der Leibwächter vom Präsidenten. Sklaven hatten zu der Zeit kaum Rechte, sie hatten so eine Art Knebelverträge mit ihren Besitzern und mussten für die wie blöd arbeiten. Man konnte sie kaufen und weiterverkaufen, wie ein Stück Fleisch oder ein Tier.