Richter 8

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Die Kapitel

Kurzer Rückblick, wie die Israeliten das Land erobert hatten: Richter 1 || Richter 2

Die Geschichte, als die einzelnen Richter am Start waren: Richter 3 || Richter 4 || Richter 5 || Richter 6 || Richter 7 || Richter 8 || Richter 9 || Richter 10 || Richter 11 || Richter 12 || Richter 13 || Richter 14 || Richter 15 || Richter 16

Noch zwei Geschichten aus der Zeit: Richter 17 || Richter 18 || Richter 19 || Richter 20 || Richter 21

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Der Familienstamm Efraim ist sauer

1  Die Soldaten vom Familienstamm Efraim waren leicht angesäuert. Sie fragten Gideon: „Was sollte das denn bitte? Warum hast du uns nicht vorher Bescheid gesagt, dass du gegen die Midianiter in den Krieg ziehen willst? Jetzt denken doch alle, wir wären voll die Schisser!“ Sie waren richtig sauer auf ihn.

2  Aber er erklärte ihnen die Sache: „Hört zu, dieser Sieg, den ich hier an Land gezogen hab, ist doch ein Witz, wenn man das mit eurer Leistung vergleicht. Ihr kennt doch bestimmt diesen Spruch: „Das Resteessen von den Efraimleuten schmeckt viel besser als der Hauptgang von Abieser“!?

3  Gott hat euch die Chefs von den Midianitern übergeben, das ist viel krasser als mein kleiner Sieg!“ Als sie das Ganze von dieser Blickrichtung aus betrachteten, entspannten sich die Soldaten von den Efraim-Leuten etwas.

Gideon verfolgt den Rest der Midianiterarmee

4  Gideon kam dann zum Jordan und überquerte ihn mit seinen 300 Soldaten. So langsam waren die aber auch echt platt vom vielen Gehen.

5  Darum bat er die Behörden der Stadt Sukkot, an der sie gerade vorbeikamen, um Hilfe: „. . . Ein Eintopf und Brot wären super. Unsere Leute sind total ausgehungert. Wir sind auf dem Weg, um die Präsidenten der Midianiter, Sebach und Zalmunna, dingfest zu machen!“

6  Die Behördenheinis der Stadt entschieden sich aber, den Antrag abzulehnen. „Was für einen zwingenden Grund hätten wir denn, Ihrer Truppe was zu essen zu geben? Solange die beiden noch nicht von Ihnen festgenommen wurden, sehen wir uns nicht veranlasst, Ihnen zu helfen.“

7  Gideon war sauer, nachdem er das gelesen hatte. „Wenn ich euch in die Finger kriege, könnt ihr was erleben! Sobald Gott dafür gesorgt hat, dass die Präsidenten der Midianiter mir gehören, werde ich wiederkommen und euch ne Tracht Prügel verpassen. Ich werde euch mit einem Baseballschläger eins überziehen, hundertpro!“

8  Gideon zog dann weiter zur Stadt Pnuel. Dort stellte er auch einen Essensantrag, und auch hier wurde der abgelehnt. Die Antwort war die gleiche wie bei der Stadt Sukkot.

9  „Wenn ich zurückkomme, mach ich euch platt. Und euer schönes Rathaus werde ich einfach weghauen!“

10  Die beiden Präsis Sebach und Zalmunna hatten mit ihrem Heer in Karkor ihr Lager aufgeschlagen. Nur 15 000 Soldaten waren von der ersten Schlacht noch übrig geblieben, 120 000 waren im Krieg gestorben.

11  Gideon schlich sich auf einer Straße, die am Rand der Wüste lag, an die Armee heran. Diese Strecke verlief im Osten von Nobach und Jogboha. Als die Midianiter null mit einem Angriff rechneten, fiel er mit seinen Leuten über sie her.

12  Der Überraschungsangriff war ein voller Erfolg. Die Soldaten im Lager waren so derbe geschockt, dass sie panisch wegrannten. Die beiden Präsidenten konnten auf der Flucht noch geschnappt werden.

Gideon rächt sich

13  Gideon (zur Erinnerung: ein Sohn von Joasch) traf auf dem Rückweg von dem Krieg gegen die Midianiter, der am Heres-Berg stattgefunden hatte,

14  einen Jugendlichen, der aus der Stadt Sukkot stammte. Den schnappte er sich und quetschte ihn aus, um herauszubekommen, wer dort alles was zu sagen hatte. Insgesamt schrieb der Junge ihm siebenundsiebzig Namen von führenden Männern aus Sukkot auf ein Blatt Papier.

15  Dann maschierte Gideon in die Stadt ein und suchte die Männer im Rathaus. „Hier habt ihr euren Sebach und Zalmunna, wegen denen ihr mich verarscht habt! Erinnert ihr euch an euren Spruch von wegen ,Hast du denn schon Sebach und Zalmunna dingfest gemacht?‘ Erst wenn ihr den Job erledigt habt, bekommt ihr zur Belohnung eine Gulaschkanone geschenkt!“

16  Er ließ alle Chefs der Stadt gefangen nehmen. Dann wurden sie übelst gefoltert und anschließend erschossen.

17  Das Regierungsgebäude von Pnuel wurde von Gideon weggesprengt, und alle Männer, die in der Stadt lebten, wurden erschossen.

18  In einem Verhör fragte Gideon Sebach und Zalmunna: „Wie sahen die Männer aus, die ihr auf dem Berg Tabor umgebracht habt?“ – „Sie waren Ihnen sehr ähnlich, waren gestylt wie Männer, die aus einer Präsidentenfamilie kommen.“, antworteten die beiden zitternd.

19  „Das waren meine eigenen Brüder!“, schrie Gideon sie an. „Ich schwör euch bei Gott, wenn ihr sie am Leben gelassen hättet, dann würde ich euch auch nicht töten.“

20  Gideon sagte zu seinem ältesten Sohn: „Los, nimm deine Knarre und baller sie weg!“ Aber der Junge schaffte es nicht, auf den Abzug zu drücken. Er hatte einfach zu viel Schiss, weil er noch so jung war.

21  Sebach und Zalmunna meinten dann zu Gideon. „Dann tu du es doch! Los, erschiess uns! Nur ein Mann mit Power hat auch den Mut, so was zu tun!“ Gideon stand auf, hielt ihnen die Knarre an den Kopf und erschoss beide. Die vergoldeten Autofelgen von denen schnappte er sich und behielt sie.

Gideon will kein Präsident werden

22  Wieder zu Hause, waren die Israeliten so begeistert von Gideon, dass sie ihn am liebsten als Präsidenten haben wollten. „Du musst bei uns ab sofort die Macht haben! Deine Familie soll über uns bestimmen, auch deine Kinder und Enkelkinder! Du hast uns gerettet, als wir unter der Fuchtel von den Midianitern waren.“

23  Gideon hatte da aber überhaupt keinen Bock drauf. „Ich will nicht euer Präsident sein, und ich will auch nicht, dass meine Kinder diesen Job mal machen! Ich finde, dass nur Gott über uns regieren darf!“

24  Dann hatte er aber noch eine Bitte: „Was ich echt gerne als Belohnung haben würde, sind die Rolex und der ganze Schmuck, den ihr bei diesem Krieg von den Feinden abgezogen habt.“ Die besiegten Soldaten waren Ismaeliter und bekannt dafür, dass jeder immer eine Rolex und eine Goldkette dabeihatte.

25  „Kein Problem, kannst du gerne haben!“, antworteten die Leute von Israel. Es wurde eine Wolldecke auf den Boden gelegt, und jeder Soldat schmiss die Rolexuhren und die Goldkettchen, die er im Krieg erbeutet hatte, dort drauf.

26  Allein das Gold, was da zusammen kam, wog fast 20 Kilo! Dazu kam noch ein Berg von Rolexuhren, Ringen, neuen G-Star-Jeans, Bosshemden und Armanihosen, die aus dem Kleiderschrank der Präsidenten stammten. Auch die goldenen Nummernschilder von den Dienstwagen wurden obendrauf gelegt.

27  Gideon hatte leider die beknackte Idee, das ganze Gold zusammenzuschmelzen und da draus eine Figur zu formen, einen Plastikgott. Er stellte das Teil in seiner Heimatstadt Ofra auf. Alle Israeliten gingen dort vorbei und beteten zu dem Ding. Auf die Art wurde Gott von ihm richtig abgelinkt. Für Gideon und seine Familie brachte diese dumme Aktion den Untergang.

Gideon stirbt

28  Das war jetzt die Geschichte, wie Gott dafür sorgte, dass die Midianiter den Israeliten die Füße küssen mussten. Solange Gideon lebte, hatten sie ihre Ruhe vor denen, insgesamt vierzig Jahre lang.

29  Gideon ging wieder zurück nach Hause und wohnte dort für den Rest seines Lebens.

30  Er hatte sehr viele Frauen und kriegte von denen siebzig Söhne. Damals war es üblich, mehrere Frauen zu haben.

31  Eine Frau von ihm, die in Sichem lebte, bekam auch einen Sohn, der von Gideon den Namen Abimelech bekam.

32  Gideon wurde uralt. Als er starb, wurde er in demselben Grab beerdigt, in dem auch sein Vater Joasch lag. Das war in Ofra, im Gebiet von der Familie Abieser.

33  Als er tot war, kam der Pseudogott Baal bei den Israeliten wieder schwer in Mode. Der Baal-Gott, so eine Art Spezialgott extra für die Stadt Sichem, wurde dabei zur unangefochtenen Nummer eins.

34  Sie vergaßen völlig, dass ihr genialer Gott, der Chef von allem, sie in der Vergangenheit immer wieder aus dem Dreck gezogen hatte. Egal was für Feinde in ihrer Gegend waren, alle konnten doch immer wieder nur durch ihn besiegt werden.

35  Auch die Kinder von Gideon zogen bei dieser Sache leider voll mit. Anstatt dankbar für seine geniale Hilfe zu sein, wurde ihnen Gott egal, und sie bedankten sich null bei ihm.