Richter 14

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Die Kapitel

Kurzer Rückblick, wie die Israeliten das Land erobert hatten: Richter 1 || Richter 2

Die Geschichte, als die einzelnen Richter am Start waren: Richter 3 || Richter 4 || Richter 5 || Richter 6 || Richter 7 || Richter 8 || Richter 9 || Richter 10 || Richter 11 || Richter 12 || Richter 13 || Richter 14 || Richter 15 || Richter 16

Noch zwei Geschichten aus der Zeit: Richter 17 || Richter 18 || Richter 19 || Richter 20 || Richter 21

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Simson hat mehr Kraft als zehn Boxweltmeister

1  Simson ging irgendwann mal in der Stadt Timna shoppen. Timna war eine Stadt von den Philistern. In einem Café lernte er ein voll schönes Mädchen kennen, es war Liebe auf den ersten Blick.

2  Er ging sofort nach Hause und sagte zu seinen Eltern: „Ich hab in Timna meine Traumfrau kennengelernt! Die will ich unbedingt heiraten. Kannst du das für mich organisieren, Papa?“ Zu der Zeit war es üblich, dass die Eltern ihre Kinder verheiratet haben.

3  Die beiden waren nicht so begeistert. „Musst du dich unbedingt in eine Ausländerin verlieben, Junge? In eine von diesen Philistern, denen unser Gott egal ist! Gibt es denn keine Frau von unseren Leuten, die was für dich wäre?“ – „Ich will aber diese Frau haben, Papa! Ich bin soooo verknallt in die!“, antwortete Simson.

4  Seine Eltern hatten ja keine Ahnung, dass Gott selbst seine Finger mit im Spiel hatte. Er hatte das so eingefädelt, damit es einen guten Auslöser geben würde, um sie von den Philistern zu befreien. Die hatten nämlich zu der Zeit das Sagen über alle Israeliten.

5  Also wurde erst mal ein Besuch bei den Eltern von dem Mädchen angesetzt. Simson und seine Eltern machten sich auf den Weg nach Timna. An den Weinbergen von Timna ließ er seine Eltern vorgehen und ging alleine weiter, als ihm plötzlich ein wild knurrender Kampfhund entgegensprang, der ihn angreifen wollte.

6  Da kam die Kraft von Gott volle Kanne auf Simson runter. Blitzschnell packte er den Kopf von dem Pitbull, nahm sein Gebiss in beide Hände und riss ihm den Kiefer ab. Das Ganze sah so leicht aus, als würde er von einem Grillhähnchen das Bein abreißen. Seinen Eltern, die er dann später in Timna wiedersah, erzählte er nichts davon.

7  In Timna angekommen, redete Simson mit der Philisterin, er war immer noch sehr verknallt in sie.

8  Einige Wochen später hatte er sich fest entschlossen, sie zu heiraten. Darum ging er noch mal nach Timna. Auf dem Weg wollte er mal checken, was aus dem toten Kampfhund geworden war. Lustigerweise hatte sich in dem toten Körper von dem Hund ein Bienenvolk eingenistet. Die hatten sogar schon etwas von dem leckeren Honig dort drin.

9  Simson bediente sich an dem Honig, er nahm etwas davon mit seinen Händen raus, tat ihn in eine Plastiktüte und naschte auch auf dem Weg da draus. Dann entschloss er sich aber, doch erst mal wieder zurück zu seinen Eltern zu gehen. Als er zu Hause war, gab er ihnen auch was vom Honig ab. Dabei erzählte er aber nicht, wo der jetzt herkam.

10  Irgendwann ging der Vater von Simson dann zu den Eltern von dessen Traumfrau, um mit ihnen einen Ehevertrag aus-zuhandeln, wie es damals normal war. Simson wollte in der Zeit in Timna eine fette Junggesellenabschiedsparty feiern, wo viele junge Männer aus der Stadt eingeladen waren. So eine Party ging normalerweise über eine Woche.

11  Die Leute, die dort wohnten, wählten dreißig junge Männer aus, die mit ihm zusammen abfeiern durften.

12  Am ersten Tag der Party hielt Simson eine kleine Rede: „Also Jungs, ich hab mir noch so ein kleines Rätsel überlegt. Wenn ihr die Lösung in dieser Woche rausbekommt, kriegen die Gewinner einen Preis von mir. Jeder bekommt eine Designerjeans und ein paar Nike-Schuhe spendiert, wenn ihr die Frage beantworten könnt.

13  Falls ihr es aber nicht schafft, dann krieg ich von jedem von euch eine Designerjeans und ein paar Nike-Schuhe. Seid ihr dabei?“ – „Jo, abgemacht! Stell deine Frage!“

14  „Okay“, antwortete Simson. „Also: Was ist tot und schmeckt nach Bienen?“ Drei Tage lang versuchten sie die richtige Antwort zu finden. Aber sie kamen einfach nicht drauf.

15  Am vierten Tag riefen sie heimlich bei der Freundin von Simson an. „Kannst du vielleicht für uns rauskriegen, wie die richtige Antwort auf Simsons Rätsel ist? Bitte! Quetsch ihn doch irgendwie aus, dass er dir die Lösung sagt.“ Schließlich drohten sie ihr sogar richtig. „Wenn du uns nicht hilfst, sprengen wir dich und das Haus von deinem Vater in die Luft! Habt ihr uns nur eingeladen, um uns abzuzocken, oder wie?“

16  Schließlich versuchte sie dann ihren Simson rumzukriegen. „Du liebst mich doch nicht wirklich“, heulte sie ihn voll. „Eigentlich hasst du mich sogar. Du hast den Männer aus der Stadt dieses Rätsel aufgegeben, aber noch nicht mal mir erzählst du die Lösung!“ – „Hey, entspann dich mal! Ich hab die Lösung noch nicht mal meinen Eltern verraten! Warum sollte ich sie dir denn überhaupt erzählen, he?“, antwortete Simson.

17  Sie ließ aber die ganze Zeit, in der die Party war, einfach nicht locker. Ständig heulte sie ihm die Ohren voll. Irgendwann hatte Simson voll den Hals. Er sagte ihr die Lösung, damit sie endlich ihre Klappe hielt. Sie rief dann noch am selben Tag die anderen Typen an und erzählte ihnen die richtige Antwort.

18  Kurz vor Ende der Frist, am siebten Tag der Woche, kamen die dann bei Simson an. „Okay, wir haben die Lösung: Was ist tot und schmeckt nach Bienen? Ein Pitbull voll Honig.“ – „Boaa, ihr habt mich abgezogen!“, brüllte Simson wütend. „Wenn euch das nicht jemand geflüstert hätte, hättet ihr nie und nimmer die richtige Lösung erraten!“

19  Dann ging Simson in die Stadt Aschkelon. Gottes Kraft kam plötzlich wieder in seinen Körper. Er suchte sich dreißig Männer, die die passenden Schuhe und Jeans anhatten. Die verkloppte er mal eben und zog ihnen die Sachen aus. Dann gab er sie an die Männer weiter, die das Rätsel gelöst hatten. Megasauer ging er dann wieder zurück nach Hause.“

20  Seine Verlobte wurde dann heimlich vom Vater an Simsons Trauzeugen verheiratet.