Klagelieder 4

Aus Volxbibel Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Kapitel

XYZ Klagelieder 1 || Klagelieder 2 || Klagelieder 3 || Klagelieder 4 || Klagelieder 5

aktuelle Druckversion | aktuelle Arbeitsversion


Die Propheten und Priester haben auch Schuld

1 Wie krass! Selbst das Gold ist ganz dunkel geworden, es ist verdreckt. Die wertvollen Diamanten liegen im Dreck, überall auf der Straße.

2 Die Leute, die in Jerusalem gewohnt haben, in der Zionsstadt, die waren alle mal total wertvoll. Sie waren unbezahlbar, aber jetzt sind sie so viel wert wie alte Plastiktüten aus der Recyclingfabrik.

3 Selbst die Mütter von Ratten geben ihren Jungen genug Milch zu trinken. Aber die Frauen von meinen Leuten sind total link unterwegs, ihre Babys sind ihnen so egal, ihr Schreien lässt sie eiskalt.

4 Die Babys haben einen total trockenen Mund und riesigen Durst. Auch die Kinder wollen was essen, aber niemand bringt ihnen auch nur ein Brötchen vorbei.

5 Früher bekamen sie den ganzen Tag Schokolade, heute verhungern sie auf der Straße. Früher wurden sie auf ein Samtkissen gelegt, heute schmeißt man sie auf einen Müllhaufen.

6 Meine Leute haben richtig großen Mist gebaut. Was sie getan haben, war schlimmer als das, was die Bewohner von Sodom taten. Und Sodom wurde auf einmal plattgemacht, ohne dass ein Mensch auch nur mit der Hand ausgeholt hat.

7 Unsere Bürgermeister waren super drauf, sie sahen gut aus, und was sie gemacht haben, war gut. Sie glänzten heller als Schnee, ihr Gesicht war weißer als Milch, ihr Körper war gesund, ihre Haut war schön gebräunt und ihre Muskeln waren schön geformt.

8 Aber jetzt sind sie so schwarz wie Holzkohle, und wenn man sie auf der Straße trifft, dann erkennt sie keiner mehr. Ihre Haut sieht aus wie ein Faltenrock und ist so trocken wie Toilettenpapier. Sie sind so dürr, dass man ihre Knochen zählen kann.

9 Die Männer, die im Krieg umkamen, sind besser dran als die Männer, die an Hunger gestorben sind. Denn die starben qualvoll und ganz langsam, weil es auf den Feldern nichts mehr zu ernten gab.

10 Eigentlich ganz liebevolle Mütter mussten ihre eigenen Kinder töten und zu Frikadellen verarbeiten, weil es nichts mehr zu essen gab. Das passierte mitten in der Zeit, als meine Leute völlig zusammengebrochen waren.

11 Gott war richtig sauer, und er hat das auch gezeigt. Er hat in Zion alles angezündet, das Feuer hat sogar die Stadtmauern zerstört.

12 Kein Präsident oder sonst irgendjemand hätte es jemals für möglich gehalten, dass irgendeine Armee es schaffen könnte, Jerusalems Verteidigungsanlage zu überwinden.

13 Aber es musste so passieren, weil die Propheten Mist gebaut hatten und die Priester auch. Sie haben dafür gesorgt, dass Leute, die nichts ausgefressen hatten, von ihnen ermordet wurden.

14 Sie torkelten durch die Straßen, völlig mit Blut übergossen, und keiner durfte sie anfassen, weil ihre Klamotten so blutig waren.

15 „Achtung! Der Typ ist dreckig, er ist unrein!“, haben die Leute dann gerufen. „Geht ihm aus dem Weg! Nicht anfassen!“ Darum mussten sie fliehen, aber wussten nicht, wohin sie gehen sollten. Denn die anderen Völker sagten: „Nein, bei uns könnt ihr nicht bleiben!“

16 Gott hat sie selber vertrieben, denn er konnte ihren Anblick nicht länger ertragen. Auch auf die Priester hat man keine Rücksicht genommen, genauso wenig wie auf die Rentner.

17 Eine Zeitlang haben wir noch gehofft, dass jemand kommt und uns da rausholt. Aber es war umsonst. Wir warteten auf eine Rettung durch andere Völker, obwohl sie uns eigentlich gar nicht wirklich helfen konnten.

18 Wir wurden rund um die Uhr von unseren Feinden beobachtet. Es gab keinen Ort, wo wir einfach so hingehen konnten. Unsere Tage waren gezählt, und das Ende kam näher.

19 Unsere Feinde waren schneller als ein Düsenjet. Sie hetzten uns die Berge hoch, und in der Wüste warteten sie schon auf uns.

20 Der Typ, von dem unser Leben abhing, der besondere Mann von Gott, wurde gefangen genommen. Wir hatten gehofft, dass wir mit seinem Schutz mit dem Leben davonkommen würden.

21 Die Leute von Edom sollen das ruhig noch mal feiern und sich drüber freuen. Aber es wird eine Zeit kommen, da geht es auch euch an den Kragen. Ihr werdet dieselbe Suppe auslöffeln wie wir. Ihr werdet euch einen dicken Kopf saufen, und dann wird es sehr peinlich für euch enden.

22 Zu dem Zeitpunkt wird Zion seine Strafe abgesessen haben. Es wird ab dann nicht noch mal passieren, dass Gott Leute vorbeischickt, die euch gefangen nehmen. Dann wirst du bezahlen müssen, Edom, Gott wird deine Verbrechen offenlegen und dich dafür verurteilen.