1.Samuel 14

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Das Buch erste Buch von Samuel.

Samuel und Saul:

Samuel als Jugendlicher:1.Samuel 1 || 1.Samuel 2 || 1.Samuel 3

Samuel als Richtertyp:1.Samuel 4 || 1.Samuel 5 || 1.Samuel 6 || 1.Samuel 7

Saul wird zum Präsidenten gewählt:1.Samuel 8 || 1.Samuel 9 || 1.Samuel 10

Was Saul gemacht hat und wo er abgloost hat:1.Samuel 11 || 1.Samuel 12 || 1.Samuel 13 || 1.Samuel 14 || 1.Samuel 15

Saul und David:

David als Jugendlicher:1.Samuel 16 || 1.Samuel 17

David und Saul im Kampf miteinander:1.Samuel 18 || 1.Samuel 19 || 1.Samuel 20 || 1.Samuel 21 || 1.Samuel 22 || 1.Samuel 23 || 1.Samuel 24

Samuels Tod und der Krieg gegen die Philister:1.Samuel 25 || 1.Samuel 26 || 1.Samuel 27 || 1.Samuel 28 || 1.Samuel 29 || 1.Samuel 30 || 1.Samuel 31

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Jonatan: Wer wagt, gewinnt

1 An einem Tag sagte Jonatan (zur Erinnerung: ein Sohn von Saul) zu seinem Bodyguard: „Lass uns mal da drüben hingehn, wo dieser Außenposten von den Philistern ist!“ Seinem Vater Saul sagte er aber nichts davon.

2 Der machte gerade eine Pause am Ende von Gibea, in der Gegend von Migron, und ruhte sich im Schatten von einem Apfelbaum aus. Die restlichen 600 Soldaten waren mit ihm dort.

3 Außerdem war der Priester Ahija dabei, ein Sohn von Ikabods Bruder Ahitub. Er war das Enkelkind vom Priester Pinhas und der Urenkel von Eli. Eli hatte damals in Schilo den Job als Priester gehabt. Der Priester Ahija hatte die Tasche dabei, wo diese besonderen Lose drin lagen. Von den Soldaten um Saul hatte keiner mitbekommen, dass Jonatan nicht mehr dabei war.

4 Der Ort, von wo aus Jonatan durch das Tal laufen wollte, war von zwei Felsen eingerahmt. Diese Felsen nannte man Bozez und Senne.

5 Der eine Felsen ragte im Norden, wo Michmas lag, in den Himmel. Der zweite Felsen war im Süden, auf der Seite von Geba.

6 Jonatan sagte zu dem Bodyguard: „Wir gehen jetzt zu dem Posten dort drüben hin. Nicht vergessen: Das sind alles voll dreckige Leute, die ohne Gott leben! Für Gott ist das ein Klacks, uns hier einen Sieg klarzumachen, egal ob wir jetzt mega viele Soldaten sind oder nur zu zweit.“

7 „Jawohl!“, antwortete der Bodyguard. „Ich bin dabei, Sie können sich auf mich verlassen! Nur zu, setzen Sie Ihre Idee ruhig um!“

8 „Okay, hier ist mein Plan“, meinte Jonatan. „Wir gehen langsam auf sie zu. Dabei sollen die uns ruhig sehen können.

9 Wenn die dann zu uns sagen: ‚Halt! Stehenbleiben, bis wir bei Ihnen sind!‘, dann bleiben wir sofort stehen, wir gehen nicht zu ihnen hoch.

10 Falls sie jetzt aber sagen: ‚Kommen Sie hoch!‘, dann wäre das ein Zeichen von Gott, dass er uns helfen wird, die zu besiegen.“

11 Sie schlichen sich also nicht von hinten an die Philister ran, sondern gingen ganz offen auf die zu. Als die Soldaten Jonatan und seinen Begleiter sahen, meinte der eine zu dem anderen: „Ha! Da kommen ja zwei von diesen israelitischen Schissern aus ihrem Hasenloch rausgekrochen!“

12 „Kommt hoch zu uns“, riefen sie Jonatan zu. „Wir wollen euch mal was beibringen!“ Jonatan flüsterte seinem Begleiter zu: „Hinter mir her! Gott hat dafür gesorgt, dass wir diesen Kampf gewinnen werden!“

13 Er kletterte einfach nach oben, und sein Begleiter hinter ihm her. Als sie oben waren, fielen die Philister plötzlich vor Jonatan einfach um, und sein Begleiter musste ihnen nur noch einen Kopfschuss verpassen!

14 Bei diesem ersten Angriff von Jonatan und seinem Begleiter töteten sie anschließend zwanzig Soldaten auf einer Fläche von nur 250 m².

15 Die anderen Soldaten der Phi-lister kriegten alle plötzlich voll die Panik. Also einmal die Männer, die im Lager waren, und auch die auf dem Gelände, das ganze Heer und auch die Wachen sowie alle, die gerade unterwegs waren, um Häuser auszuplündern. Und dann gab es auch noch ein Erdbeben der Stärke 6! Spätestens jetzt machten sich alle Philister in die Hose vor Angst. Diese Panik hatte Gott organisiert.

Saul macht die Armee der Philister platt

16  Die Wachsoldaten von Saul, die in Gibea stationiert waren, bemerkten, dass im Lager der Philister gerade der Punk abging.

17  Saul sagte zu seinen Leuten: „Checkt sofort, wer von uns nicht anwesend ist!“ Das Ergebnis war klar: Jonatan und sein Kollege waren nicht da.

18  Jetzt befahl Saul dem Priester Ahija: „Sofort die Kiste mit den Gesetzen herbringen!“ Die besondere Kiste mit den Gesetzen drin war nämlich gerade im Lager der Israeliten.

19  Gerade als Saul diesen Befehl ausgesprochen hatte, hörte man voll laut den Alarm, der im Lager von den Philistern los war. Deswegen rief Saul ihm hinter her: „Nein, warte, vergiss es!“

20  Er packte seine Waffen zusammen, sammelte seine Truppe um sich und zog mit ihnen in den Kampf. Als sie dort ankamen, konnten sie sehen, wie sich die Philister gerade gegenseitig bekämpften. Das totale Chaos war dort ausgebrochen.

21  Ein Teil von der Armee, die mit den Philistern gekämpft hatte, waren eigentlich Israeliten. Die wechselten jetzt die Seiten und schlossen sich Saul und Jonatan an.

22  Die anderen Männer von Israel hörten in ihrem Versteck (das lag im Gebirge von Efraim) von dem Kampf gegen die Philister. Als deutlich wurde, dass der Sieg klar war und die Philister gerade am Fliehen waren, zogen sie auch noch mit in die Schlacht.

23  Auf die Art konnte Gott ganz Israel an einem Tag vor den Philistern retten. Das Schlachtfeld zog sich noch bis über den Ort Bet-Awen hinaus.

Sauls Rumgefluche und seine Folgen

24 Als in einer Phase von diesem Kampf die Israeliten schon fast auf der Verliererseite standen, drohte Saul den Soldaten: „Ich will, dass keiner von euch heute auch nur ein Snickers anfasst, bevor ich mich nicht richtig an meinen Feinden gerächt habe! Wer das trotzdem tut, hat ein großes Problem, er ist verflucht!“ Darum aßen die Leute die ganze Zeit nichts.

25 Zu der Jahreszeit war gerade Apfelernte, und überall standen Bäume mit reifen Äpfeln dran.

26 Die Bäume waren so voll mit Äpfeln, dass die Äste am Brechen waren. Aber keiner traute sich, einen davon zu essen, wegen dem Spruch, den Saul abgelassen hatte.

27 Allerdings war Jonatan gerade auf dem Klo, als Saul das gesagt hatte, und wusste nichts davon. Er ging zu einem Baum, schnappte sich den größten Apfel, den er finden konnte, und biss einmal herzhaft rein. Die Vitamine taten ihm echt gut, und er lebte richtig auf.

28 Ein anderer Soldat, der das mitbekam, sagte zu ihm: „Hey, dein Vater hat das strengstens verboten! Jeder, der heute etwas isst, hat ein fettes Problem, er ist verflucht!“ Jonatan sah sich die Leute an und hatte etwas Mitleid mit ihnen, weil die alle voll den Kohldampf schoben.

29 Darum sagte er: „Mein Vater peilt das nicht richtig, er bringt uns noch alle um. Ich mein, schaut mich an! Mir geht’s von dem einen Bissen schon jetzt hundertmal besser als vorher.

30 Unser Sieg wäre noch viel höher ausgefallen, wenn wir uns vorher anständig ernährt hätten. Man hätte zum Beispiel den Proviant von den Feinden essen können, den wir von denen geklaut haben. Dann hätten die Philister noch viel mehr auf die Mütze bekommen als so schon!“

31 Die Armee der Israeliten verfolgte die Philister auf ihrer Flucht an dem Tag noch bis nach Ajon. Dann waren die Soldaten aber alle echt durch,

32 sie stürzten sich auf die Tiere, die man erbeutet hatte, und starteten eine fette Grillparty. Schafe, Rinder, Kälber, alles wurde geschlachtet und an Ort und Stelle gegessen, ohne vorher das Blut von den Tieren ordentlich auf den Boden auslaufen zu lassen.

33 Saul bekam dann die Meldung rein: „Deine Truppe baut gerade richtig Mist, und sie betrügen Gott damit. Sie essen das Fleisch von den Tieren direkt dort, wo sie geschlachtet wurden, und haben auch das Blut nicht richtig auslaufen lassen! Das ist verboten!“ – „O nein! Das ist ein klarer Verstoß gegen die Regel!“, rief Saul. „Bringt mir mal einen großen Stein her!“

34 Dann befahl er: „Sagt überall den Soldaten, dass jeder sein Rind oder Schaf sofort her zu mir bringen soll! Hier sollen die Tiere richtig geschlachtet werden. Dann kann man sie auch essen, ohne etwas gegen Gottes Willen zu tun. So, wie sie es jetzt machen, an der Stelle, wo auch das Blut liegt, ist es total falsch! Und man darf absolut kein Blut essen.“ Alle brachten noch in der Nacht ihre Tiere zu Saul, um die an der Stelle richtig zu schlachten, wie es üblich war.

35 Saul baute da aus dem Stein einen Tisch, einen Altar. Das war das erste Mal, dass Saul einen Altar für Gott gebaut hatte.

36 Als er fertig war, meinte er zu den Soldaten: „Lasst uns doch jetzt noch losziehen und die ganze Nacht lang Philister jagen gehen! Wir sollten alles mitnehmen, was wir kriegen können. Keiner soll am Leben bleiben!“ – „Okay, abgemacht! Wie du es sagst, soll alles auch passieren!“, - antworteten sie. Die Priester hatten aber Einwände: „Wollen wir nicht zuerst noch mal Gott fragen, ob das wirklich so eine gute Idee ist?“

37 Also fragte Saul Gott: „Was meinst du? Soll ich die Philister jagen gehen? Soll ich sie bis ins flache Land verfolgen? Wirst du dafür sorgen, dass wir diesen Krieg ganz gewinnen?“ Aber Gott antwortete nicht.

38–39 Saul war entschlossen, die Antwort da drauf zu finden. Er holte einen Oberst aus seiner Armee zu sich und befahl ihm: „Heute hat hier irgendjemand richtig Mist gebaut. Wir müssen herausfinden, wer das war und was genau passiert ist. Der Schuldige muss sterben, egal wer das ist. Mein Sohn Jonatan ist da mit eingeschlossen. Das schwöre ich euch bei Gott, der immer zu uns gehalten hat, Leute!“ Nach dieser Ansage sagte ihm aber keiner was.

40 Also sagte Saul: „Passt auf, alle stellen sich jetzt auf eine Seite, und ich und mein Sohn Jonatan auf die andere Seite!“ – „Ja, ist gut, machen wir das so!“, antworteten seine Leute.

41 Saul fing an zu beten: „Hey, Gott! Du bist der Gott von uns Israeliten! Warum hast du mir heute nicht geantwortet? Ich bitte dich, dass du mir jetzt durch die besonderen Lose zeigst, was Sache ist! Zeig mir, ob ich oder Jonatan Mist gebaut haben oder ob die Leute Mist gebaut haben.“ Die Lose wurden gezogen und zeigten, dass die anderen Leute keine Schuld hatten.

42 „Hm, jetzt will ich es genau wissen. Die Lose sollen sagen, ob ich Schuld habe oder mein Sohn!“ Das Losen hatte ein klares Ergebnis: Die Schuld lag bei Jonatan.

43 „Junge! Was hast du denn gemacht? Jetzt rück raus damit!“

44 „Ähh, ich hab mir nur einen ganz kleinen Apfel gegönnt, echt. Aber wenn es so sein soll, dann bin ich bereit zu sterben!“, sagte Jonatan zu seinem Vater. „Gott soll mich dafür bestrafen, wenn ich dich jetzt am Leben lasse!“, rief Saul.

45 Aber die Kollegen von Jonatan fielen ihm ins Wort: „Was? Das kann nicht dein Ernst sein! Soll Jonatan jetzt wirklich sterben, obwohl wir durch ihn diesen gigantischen Sieg eingefahren haben? Never, nicht mit uns! Wir werden das nie und nimmer zulassen! Weil Gott ihm so geholfen hat und auf seiner Seite stand, konnten wir diese krassen Kämpfe heute überhaupt nur packen!“ Saul hörte auf die Argumente, und so wurde Jonatan von den Soldaten vor dem Tod gerettet.

46 Saul hatte aber keinen Bock mehr auf Krieg gegen die Philister. Er drehte um und ging mit seinen Leuten nach Hause. Deswegen konnten die restlichen Philister in ihr Gebiet zurückkehren, ohne dass ihnen noch was passiert ist.

47 Nachdem Saul der Präsident über Israel geworden war, führte er noch eine Menge Kriege, gegen alle Feinde, die rings um ihr Land wohnten. Gegen Moab, Ammon, Edom, Zoba und gegen die Philister. Saul fuhr überall nur Siege ein.

48 Er galt als unheimlich mutig und besiegte sogar die Amalekiter, die alle zwei Köpfe größer waren als der Rest. Er befreite die Israeliten von allem Pack, das ihr Land nur ausbeuten wollte.

Die Familie von Saul

49  Saul hatte drei Söhne: Jonatan, Jischwi, der auch Isch-Boschet genannt wurde, und Malkischua, und zwei Töchter, die ältere hieß Merab, die jüngere Michal.

50  Die Frau von Saul hieß übrigens Ahinoam. Sie war eine Tochter vom Ahimaaz. Der oberste General seiner Armee hieß Abner. Abner war ein Sohn von Ner, der wiederum ein Onkel von Saul war.

51  Kisch, der Vater von Saul, Ner und der Vater von Abner waren nämlich Brüder. Ihr gemeinsamer Vater hieß Abiel.

52  In der Zeit, in der Saul am Leben war, gab es immer wieder heftige Kriege gegen die Philister. Darum zog er jeden Mann, der gut kämpfen konnte und mutig war, gleich zum Kriegsdienst ein.